Montag, 28. Januar 2013

Logbucheintrag Nr. 06-KW4

Freitag: 25.01.2013

Goa. Mehr gibt es nicht zu sagen.
O.K. vielleicht doch...
Nach dem auf mysteriöse Art und Weise alle Nachmittagsvorlesungen ausgefallen sind am Freitag, konnten wir reihnen Gewissens in unser wohl verdientes Wochenende nach Goa starten. Der Trip war eigentlich komplett durchgeplant. Aber: 1. es ist Indien und 2. es sollte einiges anders kommen als geplant...

15:58 Uhr
Der Zug fährt leider nicht pünktlich ab... aber die 15 Minuten sind verkraft bar.
Die Wagons waren völlig überfüllt, so dass uns eigentlich nichts anderes übrig geblieben ist, als in der AC-Class an der offenen Tür zu stehen (nicht ganz unfreiwillig, wie man vielleicht aus voran gegangenen Zugfahrten entnehmen kann) und das für die kommenden 4,5 Stunden. So lang dauert es nämlich die ca. 290km bis zum nächsten Zielzurück zu legen: Margaon, Goa.

20:30 Uhr
Wir haben es geschafft. Das erste Etappenziel ist erreicht. In Margaon sollte eigentlich ein ominöser Sam mit einem Mietwagen auf uns warten.
Nach mehreren, extrem unverständlichen Telefonaten kam Sam tatsächlich um 22:00 Uhr am Bahnhof an. OHNE Mietwagen... Ich will ja nicht sagen ich hab's geahnt...
Er war aber Gott sei Dank nicht alleine, sondern mit einem, der ein Auto hat.

23:30 Uhr
Ankunft im Café Lilliput am Strand von Anjuna. Hier hatten wir eigentlich einen Bungalow gemietet. Hatten. Eigentlich.
Es folgten wieder viele Telefonate und Diskussionen und ZACK, wir hatten einen Bungalow.
Ich muss sagen, das die Hütte echt top war. Ein großes Bett, ein Kühlschrank, ne Klima (die nicht funktioniert hat), zwei Ventilatoren, eine abschließbare Haus- und eine abschließbare Badtür, ein ordentliches Bad UND einen Fernsehr...der nicht funktioniert hat...
Hier stellte sich dann auch raus, dass Sam sein Freund garnicht sein Freund war. -> Wir bezahlten den Taxifahrer zum Nachttarif und verabredeten uns zu einer neue Mietwagen übergabe am nächsten Tag um 10.

Googlet man Café Lilliput, stellt man fest, dass das Lokal auf der Karte in kyrillischen Buchstaben angezeigt wird. Das liegt daran, dass wahrscheinlich inzwischen ganz Goa fest in russischer Hand ist...

Das Café veranstalltete an diesem Abend eine "kleine" Party, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Da es stock finster war, konnten wir von der Umgebung eh nicht viel sehen. Also was zum Essen bestellt und den ersten Abend am Strand von Goa ausklingen lassen.

"Die sandige, von Felsen und Palmen gesäumte Bucht des Anjuna Beach [...] weckt sicherlich bei manchen Assoziationen vom Paradies auf Erden. Dies war der Ort, an den dei Freaks und Hippies flüchteten..."
aus: Baedeker, Indien







... so ist es auch...

Samstag: 26.01.2013

Ein neuer Tag, neues Glück. Immerhin sind wir hier in der Hippie-Hochburg, wo alles so easy ist...
Nach dem obligatorischen Strandspaziergang, um die Umgebung kennen zu lernen, hatten wir uns eigentlich um 10:00 Uhr mit Sam verabredet. Eigentlich.
Sam kam letzt endlich um 11:00 Uhr mit unserem Mietwagen an. Ein Maruti Suzuki WagonR.

 Als ich gefragt wurde, was wir für einen Wagen haben wollen, hätte ich vielleicht doch nicht sagen sollen: "Vier Räder, vier funktionierende Bremsen und ein Lenkrad reichen." Hinterher ist man immer schlauer.
Um uns an das Verkehrsverhalten der Inder zu gewöhnen, hat uns Sam noch in Goas Hauptstadt, nach Panaji begleitet.
Als Beifahrer ist es ja schon ein haarsträubendes Erlebnis. Aber als Fahrer... auf den 20km nach Panaji bin ich um mindestens fünf Jahre gealtert...

Wir haben es dennoch bis Panaji geschafft und unseren small black boy Balaji vom Busbahnhof abgeholt.
Jetzt konnte der kulturelle Teil unseres Wochenendes beginnen. Auf dem Plan stand der Municipal Markt, die Kirche Unserer Lieben Frau der unbefleckten Empfängnis, das Zentrum Panajis und das Fort Aguada.

Panaji an sich ist auf Grund seiner Geschichte noch immer sehr geprägt von den einstigen portugisischen Bewohnern, der Baustil und die Kirchen erinnern sehr an Lissabon und geben der Stadt ein ganz besonderes Flair.


Der Municipal Markt war schnell gefunden und gab die Köstlichkeiten indiens in seiner vollen Pracht wieder. wir hätten stunden lang in dieser mehrstöckigen Markthalle verbringen können und uns durch sämmtliche Obststände fressen. Neben Obst und Gewürzen gab es natürlich auch das mehr oder weniger original, praktische Accessoir für Sie und Ihn.



Vom Markt aus ging es weiter durch die Straßen Panajis zur Kirche Unserer Lieben Frau der unbeflekten Empfängnis. Die Kirche war leider zu, aber laut Reiseführer soll sie wohl von innen genauso schön sein wie von außen...



Weiter ging es zum Fort Auguada. Durch völlig verstopfte Straßen und einem hässlichen, touristischen Calangute kamen wir zu der eintigen Festung der portugiesen. Das Fort an sich hatte nicht viel zu bieten, aber die Lage ermöglichte einen unglaublichen Blick über den Mandovi River auf die gegenüber liegenden Hügel und das Meer. Es erinnerte teilweise an ein Arbeitslager, weil ein dutzend Handwerker in der größten Mittagshitze Steine geklopft haben.








Der Abend begann mit ein, zwei Bierchen in einem der größeren Glasbehälter. Als da nix mehr drin war, ging es mit dem Taxi zum wohl beeindruckendsten Markt, den ich je gesehen habe (und das lag nicht am Bier!).
Auf einem unüberschaubaren Areal, gab es alles, was man braucht oder nicht braucht, der ganze Markt war eine einzige Party auf der sich einfach alles gefunden hat.
Angefangen von der deutschen Bäckerei (von Indern geführt) die köstlichen Käsekuchen verkauft hat, bis hin zu dem Hippie der diverse Rauchwerkzeuge an sich selbst vorgeführt und gestestet hat.






Geendet hat der ganze Spaß so, dass Balaji im Auto geschlafen hat, weil im Bungalow kein Platz war.

Sonntag: 27.01.2013

Nichts desto trotz sind wir morgens um 9 Uhr schon wieder am Strand gewesen um ein letztes mal im warmen Wasser Goas zu baden, bevor es wieder zurück geht in das uns nun langweilig erscheinende Manipal.

Die Rückfahrt verlief erstaunlicher Weise ohne Probleme (oder wir haben es ganz einfach nicht mitbekommen...) und wir waren Punkt 19 Uhr am Chicken Hot Spot um uns den Bauch mit ordentlich scharfem Hühnchen voll zu schlagen.

Und wenn eines mit Sicherheit fest steht: Goa, wir kommen wieder!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen