Montag, 14. Januar 2013

Logbucheintrag Nr. 03-KW2:

Montag, 07.01.2013

Zu Beginn, gleich mal etwas negativ Kritik. DAS I.T. Land schlecht hin weigert sich entweder oder ist nicht in der Lage Computer zu benutzen. Wir waren in Udupi auf der Polizeistation (zum 2. mal!!) um uns auf der "Gemeinde" anzumelden. Was folgte, war ein Wirrwar an Kopien von Perso, Pass, Visa und anderem Gedöns. Alles musste vierfach eingereicht und unterschrieben und gestempelt werden. Wie sollte es auch anders sein, hat natürlich was gefehlt...

Man kann sich das eigentlich auch so vorstellen:
Passierschein A38

Das alles hatte zur Folge, dass wir die erste Vorlesung glatt verpasst haben. Super Einstieg, wenn man immer an die Pünktlichkeit von uns Deutschen appelliert. -> Furchtbar.
Den restlichen Tag haben wir damit verbracht uns den restlichen Profs vorzustellen und nach 'ner Runde joggen im Manipal Stadium auf eigene Faust los zu ziehen, um was zu Essen zu schießen. Mit Erfolg.






Dienstag, 08.01.2013

Der erste Tag mit richtigen Vorlesungen. Wow.
Wir haben eigentlich immer im selben Raum, nur die Laborvorlseungen sind wir wo anders. Es gibt, abgesehen von einer 30 minütigen Teepause Vor- und Nachmittags nur noch die Mittagspause, sonst gibt es zwischen den Vorlesungen keine. Das ist an und für sich 'ne tolle Sache, da die Vorlesungen hier nur 'ne Stunde lang sind und nicht so wie bei uns 1,5. So kommt's, dass man aller 2 Stunden eine Pause hat.
Tolle Sache.




Donnerstag, 10.01.2013

Wir haben endlich unsere "Studentenausweise"... wie auch immer man es nennen mag. Im Endeffekt ist es nur ein unförmiges, einlaminiertes Stück Papier mit unserer deutschen Adresse, mit der hier eh keiner was anfangen kann.
Unser soooo eng gepackter Stundenplan hat es uns heute erlaubt, mal an den nicht so weit entfernten Manipal Lake zu spazieren. Vorher noch schnell ins pmTUC Büro um die Wochenendplanung abzuklären und in den MIT-Merchandise shop. Auf dem Weg zum Shop sind wir am Manipal Museum for Pathology vorbei kommen. Frei nach dem Motto: "No risk, no fun" dachten wir uns, da mal ein Auge zu riskieren (was für ein Wortspiel).
Das Ende vom Lied ist, dass nach dem Besuch dieses äußerst interessanten Museums kein Spaziergang  am See mehr nötig war. Und das nicht nur, weil wir Sachen gesehen haben, die wir nie sehen wollten...
Die Erkenntnis dieser Exkursion: Zum Glück studieren wir was technisches!
Nichtsdestotrotz müssen wir nochmal da hin -> wir haben den Fotoapparat vergessen...


Freitag, 11.01.2013

Andere Länder, andere Sitten.
Soumya hat Geburtstag.
Bei uns wird ja üblicherweise ein abgedroschenes Ständchen geträllert, man schüttelt viele Hände, verteilt Kekse und oder schneidet den Kuchen an und freut sich.
Fasst so ist es auch hier, aber eben nur fasst.
Man singt und gratuliert und schneidet den Kuchen an. Jetzt setzt der Unterschied ein. Erstmal wird man vom Geburtstagskind mit einem Stück Eistorte gefüttert (das Stück war so groß, da hab selbst ich die Maulsperre bekommen... UND es war verdammt kalt. Eistorte halt...). Der Spaß geht aber noch weiter. Es scheint wohl üblich zu sein, dass man sich nach dem Genuss der Schokoladen-Eis-Torten-Bombe mit dem übrig gebliebenem Zeug gegenseitig das Gesicht einschmiert. Meine Mama hat mir beigebracht: "Mit Essen spielt man nicht." Oder, "Kinder in anderen Ländern würden sich freuen über das was du hier verschwendest..."
Wir, als zurückhaltende Deutsche haben bei dieser lustigen Tortenschlacht das Weite gesucht, man muss ja nicht gleich frühs um 10 schon Schokoflecken auf dem weißen Hemd haben.


Sonntag, 13.01.2013

Der Wecker schreit. Es ist halb acht. Unmenschlich, an einem Sonntag.
Vor uns liegt eine zweistündige Zugfahrt nach Murdeshwar.



Mit dem Bus sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück zur Bushaltestelle vom Bahnhof Udupi geeiert. Von da aus waren es nochmal ca. 15 Minuten Fußweg zum Bahnhof.



Unser Zug kam pünktlich an und war entgegen meiner Erwartungen doch recht leer.
Zug fahren in Indien ist ja allgemein was ganz anderes als in Deutschland... Bei der Deutschen Bahn ist alles so modern. Die Türen schließen automatisch, der Schaffner kommt, wenn er nicht grad voll wie zehn Russen ist mit seinem High-Tech Lesegerät und scannt das Ticket. In Indien gibt es all sowas nicht. Die Türen bleiben offen und der Schaffner kommt mit 'ner geschätzt 2km langen Papierrolle und macht Kreuzchen und Kringel.




In Murdeshwar angekommen ging es wieder mit dem Bus zum eigentlichen Ziel, der größten Shiva-Statue Südindiens. Muss wohl doch ein Tourimagnet gewesen sein -> da war die Hölle los.
Nach der üblichen Tempelprozedur: Schuhe ausziehen, ein paar Sekunden in einen Käfig gucken, wo eine Figur sitzt, beten und bloß keine Fotos machen (challange excepted!) sind wir auf den Berg marschiert, auf dem die Shiva sitzt.




Von da oben hat man einen bombastischen Ausblick über die Bucht, das Meer und in Richtung Hinterland.
Vom Berg der Shiva wieder herab gestiegen, gab es am Strand eine Kokosnuss und wir haben uns erstmal gesammelt an den Strand gelegt (hier fiel uns zum Erstenmal auf, dass etwas Sonnenschutz angebracht wäre...)



Auf dem selben Weg wie wir gekommen sind, haben wir Murdeshwar auch wieder verlassen. Und wieder war der Zug leer. Für die ersten zwei Haltestellen hatten wir ein ganzes Sleeperabteil für uns.
Hier muss ich mal sagen, dass es nichts schöneres gibt, als an der offenen Zugtür zu sitzen, über schier endlose Reisfeldplantagen in den Sonnenuntergang zu sehen und sich den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. Da fällt einem das Träumen richtig leicht. So und nicht anders sollte man Zug fahren. Nimm dir ein Beispiel Deutsche Bahn.




Zurück in Udupi ging es mit der Rikscha ins Fischrestaurant. Trotz anfänglicher Skepsis hat das dann doch ganz gut geschmeckt und noch lebe ich. War also auch Frischfisch.

... und so ganz nebenbei, die Idee mit dem Sonnenschutz, die kam zu spät...

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