Sonntag, 20. Januar 2013

Logbucheintrag Nr. 04-KW3:

Montag: 14.01.2013

Nach gehörigem Dampf machen in einem der unzähligen Handyläden im Ort funktioniert es endlich. -> Ich bin im Besitz einer funktionierenden SIM-Karte, ich kann Telefonieren und SMS schreiben. Wieder ein Schritt näher an der Zivilisation.
Das Double-Degree Programm gibt es natürlich nicht nur für uns Studenten aus Chemnitz. Auch die Jungs und Mädels, die hier den Master anfangen haben die Möglichkeit, ihren zusätzlichen Master in Chemnitz zu machen. So kommt es, dass die obligatorische Verteidigung der Thesis per Videokonferenz abgehalten wird.
Genau sowas sollte heute statt finden. um 9 Uhr deutscher Zeit sollte der Kandidat antreten. Da es die Inder aber allgemein nicht so haben mit der Pünktlichkeit, wurde der Spaß um eine Stunde nach hinten verschoben...
Die Aktion an sich, mal über zwei ca 50" große Bildschirme jemandem zu zu hören, der 9000km weit weg ist, ist schon 'ne feine Sache!
Die Präsentation war jetzt nicht so der Hammer (auch in den so genannten Softskills sind sie nicht grad die Besten), aber dabei sein ist ja bekanntlich alles.

Dienstag: 15.01.2013

Heute soll es soweit sein, endlich das Hostel bezahlen und somit auch den letzten Behördengang abschließen.
So war zumindest der Plan.
Was jetzt Folgt ist ein kurzer Abriss von dem, was mir trotz "etwas Wut im Bauch" im Kopf geblieben ist.
Am Schalter angekommen hieß es dann erstmal, dass das Zahlen in Rupees für Ausländer nicht möglich ist. BAM! -> der 1. Schlag ins Gesicht. Anstatt 85000 INR (~ 1200,-€) sollten wir jetzt in Dollar Zahlen. Und zwar 1700,-. BAM! -> der 2. Schlag.
Das alles mit der Begründung, dass sich binnen zehn Tagen die Regularien geändert hätten und wir jetzt Kategorie B Studenten sind.
Da wir eh nicht drum rum kommen, das zu Zahlen was aktuell von uns verlangt wird (Versprechen zählen nichts...) ist hier ist der Moment eingetreten, an dem ich es aufgegeben habe, verstehen zu wollen. Dem wütenden, verärgerten Frank ist ein sehr ironisches Lächeln ins Gesicht geschossen und ich hab nur noch gelacht. Über solche Uneinigkeit und ja, Dämlichkeit... Aber es funktioniert halt doch... irgendwie...
Das uns hier niemand unser Geld in ordentlich Währung wechselt, hat die Trulla hinterm Schalter dann auch irgendwann kapiert...
Also haben wir brav unsere 93000 Rupees abgelegt und sind Kopfschüttelnd aus der Bank gelaufen.

Doch es gab auch noch erfreulicheres an diesem Tag. Naja, wie man's nimmt.
Manu hat ein Abschiedsessen gegeben, da sie am nächsten Tag mit dem Zug nach Mumbai gefahren ist um wieder nach Deutschland zu fliegen.




Die Mischung aus deutscher Vorspeise und indischem Hauptgang war echt klasse, da war der Schei* vom Vormittag schnell vergessen.

Mittwoch: 16.01.2013

Welcome to the jungle!
Was für eine Aussicht von meinem Zimmer.
7 Uhr morgens.



Freitag: 18.01.2013

Wie schon gesagt, gibt es das Double-Degree auch für Inder. Die müssen allerdings deutsch lernen. So kommt es, dass es hier Deutschunterricht gibt.
-> Das konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen!
Das Lehrbuch war 'ne billige Farbkopie aus den '90ern und die enthaltenen Texte waren ein echter Brüller!

Samstag: 19.01.2013

Schon Anfang der Woche wurde geplant, mal mit dem ganzen Kurs nach Malpe an den Strand zu fahren. ES WAR GEPLANT...
Am Ende waren nur ich und Stefan in Malpe, einzig unser small black boy Balaji kam 'ne Stunde später nach. Alle anderen haben plötzlich irgendwelche Ausreden vor gebracht... Selber Schuld.
Als wieder gut machung, dass sie nicht mitkommen, gab es einen exklusiv Transport an den Busbahnhof von Udupi und zwar per Motorrad. Gegen den Adrenalinausstoß, kann 'ne Achterbahn einpacken. Einfach unglaublich und nahezu unbeschreiblich.


Ohne Helm, Verkehrsregeln gibt es zwar, nur kennt die keiner. Wenn das runde Schild mit dem roten Rand und der zahl in der Mitte normalerweise die maximal erlaubt Geschwindigkeit für das gesammte Fahrzeug angibt, so bedeutet das hier, das man das pro funktionierendem Rad fahren darf. Kurz um, wir sind mit ca. 100km/h unter der totalen Missachtung der Verkehrsregeln und OHNE Hirnauffangschale zu unserem Pick-Up point gefahren. Alter Schwede. Geil, aber bitte nicht nochmal...


Kokosnuss-Strand-Boule musste natürlich auch gespielt werden...


Auf dem Weg zurück, von Malpe nach Manipal ist mir auf halben Weg zum Hostel aufgefallen, dass mein Handy fehlt. Ja, wo kanns denn sein... Es ist noch im Bus!
Der Rickschafahrer hat freundlicherweise sofort gewendet und ist zurück zur Bushaltestelle wo der Bus GOTT SEI DANK auch noch stand. Der Busfahrer war so nett, und hat das verloren gegangene Teil ansich genommen, bevor es ein anderer gemacht hat... Der Glaube an die Menschheit, zumindest die Indische, ist wieder hergestellt. Danke lieber Busfahrer.

Beim Abendessen im Mighty haben wir beschlossen, unsere Haare irgendwann mal zu opfern. Aber zuvor müssen wir erstmal raus finden, was es damit aufsich hat.

Sonntag: 20.01.2013

Ausschlafen? Fehlanzeige!
Das obligatorische Jahrgangsfoto stand auf dem Programm. Um 9:30 sollte es los gehen. Ich möchte an dieser Stelle nochmals auf die indische Pünktlichkeit hinweisen... Um 9:25 standen genau zwei Leute am verabredeten Platz. und eins ist sicher, es waren keine dunkelhäutigen...
Als dann so gegen 10:15 Uhr alle da waren, konnte schnell ein Foto geschossen werden und dann war endlich Wochenende.
Da wir zum zweiten Mal dieses Wochenende von unseren Kommilitonen im Stich gelassen wurden, sind Stefan und ich alleine zum Kapu Beach nach Kaup (nein, kein Schreibfehler) gefahren. Mit dem Überland-Schnell-A/C-Bus ging es in ca 45 Minuten in das kleine Dörfchen.



Nach nochmals 30 Minuten Wandern haben wir den Strand gefunden und uns den Ranzen grillen lassen.
Alles ganz alleine! -> Wir sind halt doch schon sowas wie erwachsen...





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