Sonntag, 6. Januar 2013

Logbucheintrag Nr. 02-KW1:

Samstag, 05.01.2013
Frühs gab es nochmal ein bisschen hin und her gerenne wegen Anmeldungen und so, was aber um ca. 11 Uhr vorbei war und mit einer deliziösen Kokosnuss abgesegnet wurde...



Also war ab jetzt genug Zeit um mal wieder etwas neues zu sehen, ist ja schon so lange her...
Um 14:30 haben wir uns mit Manu (Praktikantin aus Chemnitz hier am MIT) getroffen um mit dem Bus nach Malpe an den Strand zu fahren.
In Malpe gab's dann erstmal Gobi Manchurian -> äußerst lecker!!!! und dann ging's auch schon ab an den Strand.
Eine kleine Info am Rande: Frauen sollten nur mit langen Hosen und einem langärmligen Oberteil in das pipiwarme (locker über 27°C) Wasser gehen, bei Männern ist es wurst. Welch ein Glück für mich.
Von unserer Liegestelle konnte man auch die Insel sehen auf der (angeblich) Vasco Da Gama zu seiner Zeit gelandet ist, zu 100% war sich da jedoch keiner sicher...



Wir sind dann so lange am Strand geblieben, dass wir den Sonnenuntergang noch beobachten konnten, nur leider liegt über Indien eine gewaltige Dunstglocke. Deshalb war es leider nicht möglich zu sehen, wie die Sonne hinterm Horizont verschwindet. Ein Versuch war's ja mal Wert.



Anschließend ging es mit dem Bus Zurück nach Udupi, wo wir uns mit unserer Betreuerin Suma getroffen haben, um in einen Krischnatempel zu gehen.
Da ich keinen Meter in irgendeiner Form religiös bin, hab ich mir das nur aus reiner Neugier und reinem Interesse angesehen. In dem Moment hab ich jedoch nicht bedacht, dass die ca. 300m lange Warteschlange zum Tempeleingang zeigte. Hm.
Um die Wartezeit zu verkürzen erklärte uns Suma, was es mit dem Gott dieses Tempels auf sich hat und was wir da drin, wie machen müssen. Mitmachen?! Och nee...
Da wir keine hinduistischen Gebet konnten, war es uns auch gestattet ein deutsches zu murmeln. Dann ging es auch schon los. Ein Tannenzweig anzünden, in der Schlange weiter gehen, dann hatte man ca. zwei Sekunden Zeit den Gott zu sehen, welcher hinter Gitterstäben eingesperrt war, das erste mal beten (nach jedem Gebet werden drei Runden um die eigene Achse gedreht) und zum nächsten Gott. Dann wurde noch fünf Minuten meditiert und ein Schluck vom heiligen Wasser über das Haupt gegossen, noch drei mal zu den Göttern beten und im Kreis drehen und dann waren wir durch. Am Ausgang stand ein Elefant, von dem man, wäre er in Stimmung gewesen, gegen einen gewissen Endbetrag mit dem Rüssel gesegnet werden konnte. Er war leider nicht in Stimmung...




Nach der Tempeltour waren wir noch geschlossen in einem Vegetarierrestaurant essen. Das essen ist ja auch so eine Sache für sich.
Es gibt zwar Besteck, aber auch nur Gabel und Löffel. Kein Messer. Selbst die zwei übrig gebliebenen Werkzeuge werden nur auf Verlangen gebracht, was also bedeutet, man isst nahezu alles mit der rechten Hand. Niemals mit der Linken. Allgemein sollte man das Nutzen der linken Hand meiden, sei es zur Begrüßung, beim Bezahlen oder halt beim Essen. Das kommt daher, dass es in Indien nicht üblich ist, Klopapier zu benutzen -> die linke wird bevorzugt. Warum manche Inder an der linken Hand dann mindestens einen langen Fingernagel haben, brauch ich ja wohl nicht zu erklären...

Zurück zum Essen. Es gab für jeden ein Menü, welches eine Schüssel Reis, Fladenbrote, jede Menge verschiedener scharfer Soßen und Dips und eine Nachspeiße enthielt. Beim Essen stellte sich dann auch raus, was die deutsche Fraktion so für Gebete im Tempel zum besten gegeben hat... Ich hab' ja noch versucht das Vater unser zusammen zu bekommen (wie gesagt, mich kann man für Religion nicht gewinnen) aber den Vogel hat eindeutig Stefan abgeschossen. Er hat sich jedes mal was gewünscht! Und ich wunder mich, warum der sich bei jedem Gott zweimal hin stellt...



Und das alles für Sage und Schreibe 100,- INR. Krasses Pferd.

Vollgestopft und innerlich ausgebrannt ging es mit dem Tuktuk zurück auf den Kampus um einfach nur noch zu schlafen.

Sonntag, 06.01.2013

Der Tag beginnt, Gott sei Dank, erst um 11 Uhr.
Wir treffen uns wieder mit Manuela und fahren mit dem Bus nach Udupi, in den Big Bazaar. Der Inder nennt es Einkaufzentrum ich nenne es Ansichtssache. In dem Shoppingtempel haben wir die restlichen, notwendigen Besorgungen gemacht, weil es das ganze Zeug in Manipal nicht gab.



Zurück in Manipal ging es ohne Umweg zum Cocks & Mocks, wo es dem Wetter entsprechend erstmal was richtiges zu trinken gab -> für jeden zwei Radler. Es gibt einfach nichts besseres, als bei über 30°C im Schatten zu sitzen und selbst gemischtes Radler aus labbrigen PE-Bechern zu trinken.



Ein Tuktuk brachte uns dann zum so genannten End-Point, einer Aussichtsplattform. Wir haben beschlossen dem Sonnenuntergang eine zweite Chance zu geben, welche er aber nicht genutzt hat. Schade eigentlich.




Da beschleichte uns alle ein kleines Hungergefühl. Was soll man machen wenn der kleine Hunger kommt? Richtig. Zum Hot Spot. Im Hot Spot gibt es Hühnchen in allen Variationen, hauptsache ordentlich scharf.

Morgen geht dann auch mal das Ding mit den Vorlesungen los, wir sind ja nicht nur zum Spaß hier...

In diesem Sinne,

до свидания

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