Montag, 28. Januar 2013

Logbucheintrag Nr. 06-KW4

Freitag: 25.01.2013

Goa. Mehr gibt es nicht zu sagen.
O.K. vielleicht doch...
Nach dem auf mysteriöse Art und Weise alle Nachmittagsvorlesungen ausgefallen sind am Freitag, konnten wir reihnen Gewissens in unser wohl verdientes Wochenende nach Goa starten. Der Trip war eigentlich komplett durchgeplant. Aber: 1. es ist Indien und 2. es sollte einiges anders kommen als geplant...

15:58 Uhr
Der Zug fährt leider nicht pünktlich ab... aber die 15 Minuten sind verkraft bar.
Die Wagons waren völlig überfüllt, so dass uns eigentlich nichts anderes übrig geblieben ist, als in der AC-Class an der offenen Tür zu stehen (nicht ganz unfreiwillig, wie man vielleicht aus voran gegangenen Zugfahrten entnehmen kann) und das für die kommenden 4,5 Stunden. So lang dauert es nämlich die ca. 290km bis zum nächsten Zielzurück zu legen: Margaon, Goa.

20:30 Uhr
Wir haben es geschafft. Das erste Etappenziel ist erreicht. In Margaon sollte eigentlich ein ominöser Sam mit einem Mietwagen auf uns warten.
Nach mehreren, extrem unverständlichen Telefonaten kam Sam tatsächlich um 22:00 Uhr am Bahnhof an. OHNE Mietwagen... Ich will ja nicht sagen ich hab's geahnt...
Er war aber Gott sei Dank nicht alleine, sondern mit einem, der ein Auto hat.

23:30 Uhr
Ankunft im Café Lilliput am Strand von Anjuna. Hier hatten wir eigentlich einen Bungalow gemietet. Hatten. Eigentlich.
Es folgten wieder viele Telefonate und Diskussionen und ZACK, wir hatten einen Bungalow.
Ich muss sagen, das die Hütte echt top war. Ein großes Bett, ein Kühlschrank, ne Klima (die nicht funktioniert hat), zwei Ventilatoren, eine abschließbare Haus- und eine abschließbare Badtür, ein ordentliches Bad UND einen Fernsehr...der nicht funktioniert hat...
Hier stellte sich dann auch raus, dass Sam sein Freund garnicht sein Freund war. -> Wir bezahlten den Taxifahrer zum Nachttarif und verabredeten uns zu einer neue Mietwagen übergabe am nächsten Tag um 10.

Googlet man Café Lilliput, stellt man fest, dass das Lokal auf der Karte in kyrillischen Buchstaben angezeigt wird. Das liegt daran, dass wahrscheinlich inzwischen ganz Goa fest in russischer Hand ist...

Das Café veranstalltete an diesem Abend eine "kleine" Party, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Da es stock finster war, konnten wir von der Umgebung eh nicht viel sehen. Also was zum Essen bestellt und den ersten Abend am Strand von Goa ausklingen lassen.

"Die sandige, von Felsen und Palmen gesäumte Bucht des Anjuna Beach [...] weckt sicherlich bei manchen Assoziationen vom Paradies auf Erden. Dies war der Ort, an den dei Freaks und Hippies flüchteten..."
aus: Baedeker, Indien







... so ist es auch...

Samstag: 26.01.2013

Ein neuer Tag, neues Glück. Immerhin sind wir hier in der Hippie-Hochburg, wo alles so easy ist...
Nach dem obligatorischen Strandspaziergang, um die Umgebung kennen zu lernen, hatten wir uns eigentlich um 10:00 Uhr mit Sam verabredet. Eigentlich.
Sam kam letzt endlich um 11:00 Uhr mit unserem Mietwagen an. Ein Maruti Suzuki WagonR.

 Als ich gefragt wurde, was wir für einen Wagen haben wollen, hätte ich vielleicht doch nicht sagen sollen: "Vier Räder, vier funktionierende Bremsen und ein Lenkrad reichen." Hinterher ist man immer schlauer.
Um uns an das Verkehrsverhalten der Inder zu gewöhnen, hat uns Sam noch in Goas Hauptstadt, nach Panaji begleitet.
Als Beifahrer ist es ja schon ein haarsträubendes Erlebnis. Aber als Fahrer... auf den 20km nach Panaji bin ich um mindestens fünf Jahre gealtert...

Wir haben es dennoch bis Panaji geschafft und unseren small black boy Balaji vom Busbahnhof abgeholt.
Jetzt konnte der kulturelle Teil unseres Wochenendes beginnen. Auf dem Plan stand der Municipal Markt, die Kirche Unserer Lieben Frau der unbefleckten Empfängnis, das Zentrum Panajis und das Fort Aguada.

Panaji an sich ist auf Grund seiner Geschichte noch immer sehr geprägt von den einstigen portugisischen Bewohnern, der Baustil und die Kirchen erinnern sehr an Lissabon und geben der Stadt ein ganz besonderes Flair.


Der Municipal Markt war schnell gefunden und gab die Köstlichkeiten indiens in seiner vollen Pracht wieder. wir hätten stunden lang in dieser mehrstöckigen Markthalle verbringen können und uns durch sämmtliche Obststände fressen. Neben Obst und Gewürzen gab es natürlich auch das mehr oder weniger original, praktische Accessoir für Sie und Ihn.



Vom Markt aus ging es weiter durch die Straßen Panajis zur Kirche Unserer Lieben Frau der unbeflekten Empfängnis. Die Kirche war leider zu, aber laut Reiseführer soll sie wohl von innen genauso schön sein wie von außen...



Weiter ging es zum Fort Auguada. Durch völlig verstopfte Straßen und einem hässlichen, touristischen Calangute kamen wir zu der eintigen Festung der portugiesen. Das Fort an sich hatte nicht viel zu bieten, aber die Lage ermöglichte einen unglaublichen Blick über den Mandovi River auf die gegenüber liegenden Hügel und das Meer. Es erinnerte teilweise an ein Arbeitslager, weil ein dutzend Handwerker in der größten Mittagshitze Steine geklopft haben.








Der Abend begann mit ein, zwei Bierchen in einem der größeren Glasbehälter. Als da nix mehr drin war, ging es mit dem Taxi zum wohl beeindruckendsten Markt, den ich je gesehen habe (und das lag nicht am Bier!).
Auf einem unüberschaubaren Areal, gab es alles, was man braucht oder nicht braucht, der ganze Markt war eine einzige Party auf der sich einfach alles gefunden hat.
Angefangen von der deutschen Bäckerei (von Indern geführt) die köstlichen Käsekuchen verkauft hat, bis hin zu dem Hippie der diverse Rauchwerkzeuge an sich selbst vorgeführt und gestestet hat.






Geendet hat der ganze Spaß so, dass Balaji im Auto geschlafen hat, weil im Bungalow kein Platz war.

Sonntag: 27.01.2013

Nichts desto trotz sind wir morgens um 9 Uhr schon wieder am Strand gewesen um ein letztes mal im warmen Wasser Goas zu baden, bevor es wieder zurück geht in das uns nun langweilig erscheinende Manipal.

Die Rückfahrt verlief erstaunlicher Weise ohne Probleme (oder wir haben es ganz einfach nicht mitbekommen...) und wir waren Punkt 19 Uhr am Chicken Hot Spot um uns den Bauch mit ordentlich scharfem Hühnchen voll zu schlagen.

Und wenn eines mit Sicherheit fest steht: Goa, wir kommen wieder!


Donnerstag, 24. Januar 2013

Logbucheintrag Nr. 05-KW4

Mittwoch: 23.01.2013

Heute war, mal wieder, keine Vorlesung. Statt dessen begann heute die internationale  "pirnt on" Konferenz 2013, zu der unter anderem zwei unserer Dozenten aus Chemnitz eingeladen waren.




Donnerstag: 24.01.2013

Der Tag der Tage. Zumindest für die Jungs aus dem pmTUC Büro.
Heute ist die offizielle Einweihung der Forschungsräume. Doch bevor das passieren kann, ist noch einiges zu tun...
Jeder, der in irgendeiner Form der Uni Chemnitz angehört, hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Meine war es den Mitarbeiter des Auswertigen Amtes, Indien und den Abgeordneten für internationale Forschungsarbeiten vom Flughafen in Mangalore ab zu holen.
Ich hab mich um halb acht mit dem Fahrer verabredet. Wie es der Zufall will, musste der erst noch sein Auto waschen, womit sich die Abfahrt um ca. eine Stunde nach hinten verschoben hat. So weit, so gut. Ich bin's ja schon irgendwie gewohnt.
Irgendwann, kam auch er zum verabredeten Treffpunkt und es folgte so gleich der erste, mehr oder weniger negative Punkt der anstehenden "Reise" - der gute Mann versteht zwar englisch (glaubte ich anfangs) spricht es aber nicht.
In selbigen Moment schießt mir die zuvor erhaltene, neue Information in den Kopf, dass ich die Herren nicht am Flughafen, sondern in Ihrem Hotel in Mangalore abholen sollte. Geblendet von dem blitz blank geputzten Auto und meinem Irrglauben, das Gajanar englisch kann, erkläre ich ihm, dass wir ins Taj Hotel und nicht an den Flughafen fahren. Als Antwort kam ein: "Jajajajajajaja". Hier hätte ich eigentlich schon das erste mal stutzig werden sollen...
Was folgt ist eine andert halb stündige Fahrt mit fünf beinahe Unfällen. Als ich mich traue, meine Augen wieder zu öffnen, in der Hoffnung, dass ich noch lebe, bemerke ich, dass mir die Strecke sehr bekannt vor kommt. Ich bin sie schon mal gefahren. In die andere Richtung. Wir sind am Flughafen. Trottel.
Mir kommt allmählig in den Sinn, dass der doch kein englisch kann.
Nach mehreren telefonaten mit diversern Verantwortlichen stellt sich raus, dass man mir ziemlichen Quatsch erzählt hat. Also doch nochmal alles gut gegangen. Es folgte die zweite, eher schlechte Nachricht. Der Flieger hatte, wie sollte es auch anders sein, eine Stunde Verspätung. Ironiemodus AN: Macht aber nix, die Straßen sind gut ausgebaut und die verlorene Zeit können wir gut wieder rein holen. Ironiemodus AUS.
Aus mir unerklärlichen Gründen, haben wir es doch geschafft, rechtzeitig zurück in Manipal zu sein. Lebendig.
Jetzt konnte es auch los gehen. Ansprachen wurden gehalten. Es wurde allen möglichen Instanzen gedankt, das Band zum Büro wurde zerschnitten, es gab Häppchen und viele, viele neugierige Leute, die wissen wollten, wie man Lautsprecher und Solarzellen auf Papier drucken kann.



Das war's bis hier hin erstmal. Morgen fahren wir auf abentheuerliche Weise nach Goa. Wenn ich nicht wieder komme, dann bin ich wohl da verloren gegangen...

Frei nach dem Motto: "Bevor wir gehen wollen wir sagen können, wir haben gelebt." Das Partywochenende kann kommen!

Sonntag, 20. Januar 2013

Logbucheintrag Nr. 04-KW3:

Montag: 14.01.2013

Nach gehörigem Dampf machen in einem der unzähligen Handyläden im Ort funktioniert es endlich. -> Ich bin im Besitz einer funktionierenden SIM-Karte, ich kann Telefonieren und SMS schreiben. Wieder ein Schritt näher an der Zivilisation.
Das Double-Degree Programm gibt es natürlich nicht nur für uns Studenten aus Chemnitz. Auch die Jungs und Mädels, die hier den Master anfangen haben die Möglichkeit, ihren zusätzlichen Master in Chemnitz zu machen. So kommt es, dass die obligatorische Verteidigung der Thesis per Videokonferenz abgehalten wird.
Genau sowas sollte heute statt finden. um 9 Uhr deutscher Zeit sollte der Kandidat antreten. Da es die Inder aber allgemein nicht so haben mit der Pünktlichkeit, wurde der Spaß um eine Stunde nach hinten verschoben...
Die Aktion an sich, mal über zwei ca 50" große Bildschirme jemandem zu zu hören, der 9000km weit weg ist, ist schon 'ne feine Sache!
Die Präsentation war jetzt nicht so der Hammer (auch in den so genannten Softskills sind sie nicht grad die Besten), aber dabei sein ist ja bekanntlich alles.

Dienstag: 15.01.2013

Heute soll es soweit sein, endlich das Hostel bezahlen und somit auch den letzten Behördengang abschließen.
So war zumindest der Plan.
Was jetzt Folgt ist ein kurzer Abriss von dem, was mir trotz "etwas Wut im Bauch" im Kopf geblieben ist.
Am Schalter angekommen hieß es dann erstmal, dass das Zahlen in Rupees für Ausländer nicht möglich ist. BAM! -> der 1. Schlag ins Gesicht. Anstatt 85000 INR (~ 1200,-€) sollten wir jetzt in Dollar Zahlen. Und zwar 1700,-. BAM! -> der 2. Schlag.
Das alles mit der Begründung, dass sich binnen zehn Tagen die Regularien geändert hätten und wir jetzt Kategorie B Studenten sind.
Da wir eh nicht drum rum kommen, das zu Zahlen was aktuell von uns verlangt wird (Versprechen zählen nichts...) ist hier ist der Moment eingetreten, an dem ich es aufgegeben habe, verstehen zu wollen. Dem wütenden, verärgerten Frank ist ein sehr ironisches Lächeln ins Gesicht geschossen und ich hab nur noch gelacht. Über solche Uneinigkeit und ja, Dämlichkeit... Aber es funktioniert halt doch... irgendwie...
Das uns hier niemand unser Geld in ordentlich Währung wechselt, hat die Trulla hinterm Schalter dann auch irgendwann kapiert...
Also haben wir brav unsere 93000 Rupees abgelegt und sind Kopfschüttelnd aus der Bank gelaufen.

Doch es gab auch noch erfreulicheres an diesem Tag. Naja, wie man's nimmt.
Manu hat ein Abschiedsessen gegeben, da sie am nächsten Tag mit dem Zug nach Mumbai gefahren ist um wieder nach Deutschland zu fliegen.




Die Mischung aus deutscher Vorspeise und indischem Hauptgang war echt klasse, da war der Schei* vom Vormittag schnell vergessen.

Mittwoch: 16.01.2013

Welcome to the jungle!
Was für eine Aussicht von meinem Zimmer.
7 Uhr morgens.



Freitag: 18.01.2013

Wie schon gesagt, gibt es das Double-Degree auch für Inder. Die müssen allerdings deutsch lernen. So kommt es, dass es hier Deutschunterricht gibt.
-> Das konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen!
Das Lehrbuch war 'ne billige Farbkopie aus den '90ern und die enthaltenen Texte waren ein echter Brüller!

Samstag: 19.01.2013

Schon Anfang der Woche wurde geplant, mal mit dem ganzen Kurs nach Malpe an den Strand zu fahren. ES WAR GEPLANT...
Am Ende waren nur ich und Stefan in Malpe, einzig unser small black boy Balaji kam 'ne Stunde später nach. Alle anderen haben plötzlich irgendwelche Ausreden vor gebracht... Selber Schuld.
Als wieder gut machung, dass sie nicht mitkommen, gab es einen exklusiv Transport an den Busbahnhof von Udupi und zwar per Motorrad. Gegen den Adrenalinausstoß, kann 'ne Achterbahn einpacken. Einfach unglaublich und nahezu unbeschreiblich.


Ohne Helm, Verkehrsregeln gibt es zwar, nur kennt die keiner. Wenn das runde Schild mit dem roten Rand und der zahl in der Mitte normalerweise die maximal erlaubt Geschwindigkeit für das gesammte Fahrzeug angibt, so bedeutet das hier, das man das pro funktionierendem Rad fahren darf. Kurz um, wir sind mit ca. 100km/h unter der totalen Missachtung der Verkehrsregeln und OHNE Hirnauffangschale zu unserem Pick-Up point gefahren. Alter Schwede. Geil, aber bitte nicht nochmal...


Kokosnuss-Strand-Boule musste natürlich auch gespielt werden...


Auf dem Weg zurück, von Malpe nach Manipal ist mir auf halben Weg zum Hostel aufgefallen, dass mein Handy fehlt. Ja, wo kanns denn sein... Es ist noch im Bus!
Der Rickschafahrer hat freundlicherweise sofort gewendet und ist zurück zur Bushaltestelle wo der Bus GOTT SEI DANK auch noch stand. Der Busfahrer war so nett, und hat das verloren gegangene Teil ansich genommen, bevor es ein anderer gemacht hat... Der Glaube an die Menschheit, zumindest die Indische, ist wieder hergestellt. Danke lieber Busfahrer.

Beim Abendessen im Mighty haben wir beschlossen, unsere Haare irgendwann mal zu opfern. Aber zuvor müssen wir erstmal raus finden, was es damit aufsich hat.

Sonntag: 20.01.2013

Ausschlafen? Fehlanzeige!
Das obligatorische Jahrgangsfoto stand auf dem Programm. Um 9:30 sollte es los gehen. Ich möchte an dieser Stelle nochmals auf die indische Pünktlichkeit hinweisen... Um 9:25 standen genau zwei Leute am verabredeten Platz. und eins ist sicher, es waren keine dunkelhäutigen...
Als dann so gegen 10:15 Uhr alle da waren, konnte schnell ein Foto geschossen werden und dann war endlich Wochenende.
Da wir zum zweiten Mal dieses Wochenende von unseren Kommilitonen im Stich gelassen wurden, sind Stefan und ich alleine zum Kapu Beach nach Kaup (nein, kein Schreibfehler) gefahren. Mit dem Überland-Schnell-A/C-Bus ging es in ca 45 Minuten in das kleine Dörfchen.



Nach nochmals 30 Minuten Wandern haben wir den Strand gefunden und uns den Ranzen grillen lassen.
Alles ganz alleine! -> Wir sind halt doch schon sowas wie erwachsen...





Montag, 14. Januar 2013

Logbucheintrag Nr. 03-KW2:

Montag, 07.01.2013

Zu Beginn, gleich mal etwas negativ Kritik. DAS I.T. Land schlecht hin weigert sich entweder oder ist nicht in der Lage Computer zu benutzen. Wir waren in Udupi auf der Polizeistation (zum 2. mal!!) um uns auf der "Gemeinde" anzumelden. Was folgte, war ein Wirrwar an Kopien von Perso, Pass, Visa und anderem Gedöns. Alles musste vierfach eingereicht und unterschrieben und gestempelt werden. Wie sollte es auch anders sein, hat natürlich was gefehlt...

Man kann sich das eigentlich auch so vorstellen:
Passierschein A38

Das alles hatte zur Folge, dass wir die erste Vorlesung glatt verpasst haben. Super Einstieg, wenn man immer an die Pünktlichkeit von uns Deutschen appelliert. -> Furchtbar.
Den restlichen Tag haben wir damit verbracht uns den restlichen Profs vorzustellen und nach 'ner Runde joggen im Manipal Stadium auf eigene Faust los zu ziehen, um was zu Essen zu schießen. Mit Erfolg.






Dienstag, 08.01.2013

Der erste Tag mit richtigen Vorlesungen. Wow.
Wir haben eigentlich immer im selben Raum, nur die Laborvorlseungen sind wir wo anders. Es gibt, abgesehen von einer 30 minütigen Teepause Vor- und Nachmittags nur noch die Mittagspause, sonst gibt es zwischen den Vorlesungen keine. Das ist an und für sich 'ne tolle Sache, da die Vorlesungen hier nur 'ne Stunde lang sind und nicht so wie bei uns 1,5. So kommt's, dass man aller 2 Stunden eine Pause hat.
Tolle Sache.




Donnerstag, 10.01.2013

Wir haben endlich unsere "Studentenausweise"... wie auch immer man es nennen mag. Im Endeffekt ist es nur ein unförmiges, einlaminiertes Stück Papier mit unserer deutschen Adresse, mit der hier eh keiner was anfangen kann.
Unser soooo eng gepackter Stundenplan hat es uns heute erlaubt, mal an den nicht so weit entfernten Manipal Lake zu spazieren. Vorher noch schnell ins pmTUC Büro um die Wochenendplanung abzuklären und in den MIT-Merchandise shop. Auf dem Weg zum Shop sind wir am Manipal Museum for Pathology vorbei kommen. Frei nach dem Motto: "No risk, no fun" dachten wir uns, da mal ein Auge zu riskieren (was für ein Wortspiel).
Das Ende vom Lied ist, dass nach dem Besuch dieses äußerst interessanten Museums kein Spaziergang  am See mehr nötig war. Und das nicht nur, weil wir Sachen gesehen haben, die wir nie sehen wollten...
Die Erkenntnis dieser Exkursion: Zum Glück studieren wir was technisches!
Nichtsdestotrotz müssen wir nochmal da hin -> wir haben den Fotoapparat vergessen...


Freitag, 11.01.2013

Andere Länder, andere Sitten.
Soumya hat Geburtstag.
Bei uns wird ja üblicherweise ein abgedroschenes Ständchen geträllert, man schüttelt viele Hände, verteilt Kekse und oder schneidet den Kuchen an und freut sich.
Fasst so ist es auch hier, aber eben nur fasst.
Man singt und gratuliert und schneidet den Kuchen an. Jetzt setzt der Unterschied ein. Erstmal wird man vom Geburtstagskind mit einem Stück Eistorte gefüttert (das Stück war so groß, da hab selbst ich die Maulsperre bekommen... UND es war verdammt kalt. Eistorte halt...). Der Spaß geht aber noch weiter. Es scheint wohl üblich zu sein, dass man sich nach dem Genuss der Schokoladen-Eis-Torten-Bombe mit dem übrig gebliebenem Zeug gegenseitig das Gesicht einschmiert. Meine Mama hat mir beigebracht: "Mit Essen spielt man nicht." Oder, "Kinder in anderen Ländern würden sich freuen über das was du hier verschwendest..."
Wir, als zurückhaltende Deutsche haben bei dieser lustigen Tortenschlacht das Weite gesucht, man muss ja nicht gleich frühs um 10 schon Schokoflecken auf dem weißen Hemd haben.


Sonntag, 13.01.2013

Der Wecker schreit. Es ist halb acht. Unmenschlich, an einem Sonntag.
Vor uns liegt eine zweistündige Zugfahrt nach Murdeshwar.



Mit dem Bus sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück zur Bushaltestelle vom Bahnhof Udupi geeiert. Von da aus waren es nochmal ca. 15 Minuten Fußweg zum Bahnhof.



Unser Zug kam pünktlich an und war entgegen meiner Erwartungen doch recht leer.
Zug fahren in Indien ist ja allgemein was ganz anderes als in Deutschland... Bei der Deutschen Bahn ist alles so modern. Die Türen schließen automatisch, der Schaffner kommt, wenn er nicht grad voll wie zehn Russen ist mit seinem High-Tech Lesegerät und scannt das Ticket. In Indien gibt es all sowas nicht. Die Türen bleiben offen und der Schaffner kommt mit 'ner geschätzt 2km langen Papierrolle und macht Kreuzchen und Kringel.




In Murdeshwar angekommen ging es wieder mit dem Bus zum eigentlichen Ziel, der größten Shiva-Statue Südindiens. Muss wohl doch ein Tourimagnet gewesen sein -> da war die Hölle los.
Nach der üblichen Tempelprozedur: Schuhe ausziehen, ein paar Sekunden in einen Käfig gucken, wo eine Figur sitzt, beten und bloß keine Fotos machen (challange excepted!) sind wir auf den Berg marschiert, auf dem die Shiva sitzt.




Von da oben hat man einen bombastischen Ausblick über die Bucht, das Meer und in Richtung Hinterland.
Vom Berg der Shiva wieder herab gestiegen, gab es am Strand eine Kokosnuss und wir haben uns erstmal gesammelt an den Strand gelegt (hier fiel uns zum Erstenmal auf, dass etwas Sonnenschutz angebracht wäre...)



Auf dem selben Weg wie wir gekommen sind, haben wir Murdeshwar auch wieder verlassen. Und wieder war der Zug leer. Für die ersten zwei Haltestellen hatten wir ein ganzes Sleeperabteil für uns.
Hier muss ich mal sagen, dass es nichts schöneres gibt, als an der offenen Zugtür zu sitzen, über schier endlose Reisfeldplantagen in den Sonnenuntergang zu sehen und sich den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. Da fällt einem das Träumen richtig leicht. So und nicht anders sollte man Zug fahren. Nimm dir ein Beispiel Deutsche Bahn.




Zurück in Udupi ging es mit der Rikscha ins Fischrestaurant. Trotz anfänglicher Skepsis hat das dann doch ganz gut geschmeckt und noch lebe ich. War also auch Frischfisch.

... und so ganz nebenbei, die Idee mit dem Sonnenschutz, die kam zu spät...

Sonntag, 6. Januar 2013

Logbucheintrag Nr. 02-KW1:

Samstag, 05.01.2013
Frühs gab es nochmal ein bisschen hin und her gerenne wegen Anmeldungen und so, was aber um ca. 11 Uhr vorbei war und mit einer deliziösen Kokosnuss abgesegnet wurde...



Also war ab jetzt genug Zeit um mal wieder etwas neues zu sehen, ist ja schon so lange her...
Um 14:30 haben wir uns mit Manu (Praktikantin aus Chemnitz hier am MIT) getroffen um mit dem Bus nach Malpe an den Strand zu fahren.
In Malpe gab's dann erstmal Gobi Manchurian -> äußerst lecker!!!! und dann ging's auch schon ab an den Strand.
Eine kleine Info am Rande: Frauen sollten nur mit langen Hosen und einem langärmligen Oberteil in das pipiwarme (locker über 27°C) Wasser gehen, bei Männern ist es wurst. Welch ein Glück für mich.
Von unserer Liegestelle konnte man auch die Insel sehen auf der (angeblich) Vasco Da Gama zu seiner Zeit gelandet ist, zu 100% war sich da jedoch keiner sicher...



Wir sind dann so lange am Strand geblieben, dass wir den Sonnenuntergang noch beobachten konnten, nur leider liegt über Indien eine gewaltige Dunstglocke. Deshalb war es leider nicht möglich zu sehen, wie die Sonne hinterm Horizont verschwindet. Ein Versuch war's ja mal Wert.



Anschließend ging es mit dem Bus Zurück nach Udupi, wo wir uns mit unserer Betreuerin Suma getroffen haben, um in einen Krischnatempel zu gehen.
Da ich keinen Meter in irgendeiner Form religiös bin, hab ich mir das nur aus reiner Neugier und reinem Interesse angesehen. In dem Moment hab ich jedoch nicht bedacht, dass die ca. 300m lange Warteschlange zum Tempeleingang zeigte. Hm.
Um die Wartezeit zu verkürzen erklärte uns Suma, was es mit dem Gott dieses Tempels auf sich hat und was wir da drin, wie machen müssen. Mitmachen?! Och nee...
Da wir keine hinduistischen Gebet konnten, war es uns auch gestattet ein deutsches zu murmeln. Dann ging es auch schon los. Ein Tannenzweig anzünden, in der Schlange weiter gehen, dann hatte man ca. zwei Sekunden Zeit den Gott zu sehen, welcher hinter Gitterstäben eingesperrt war, das erste mal beten (nach jedem Gebet werden drei Runden um die eigene Achse gedreht) und zum nächsten Gott. Dann wurde noch fünf Minuten meditiert und ein Schluck vom heiligen Wasser über das Haupt gegossen, noch drei mal zu den Göttern beten und im Kreis drehen und dann waren wir durch. Am Ausgang stand ein Elefant, von dem man, wäre er in Stimmung gewesen, gegen einen gewissen Endbetrag mit dem Rüssel gesegnet werden konnte. Er war leider nicht in Stimmung...




Nach der Tempeltour waren wir noch geschlossen in einem Vegetarierrestaurant essen. Das essen ist ja auch so eine Sache für sich.
Es gibt zwar Besteck, aber auch nur Gabel und Löffel. Kein Messer. Selbst die zwei übrig gebliebenen Werkzeuge werden nur auf Verlangen gebracht, was also bedeutet, man isst nahezu alles mit der rechten Hand. Niemals mit der Linken. Allgemein sollte man das Nutzen der linken Hand meiden, sei es zur Begrüßung, beim Bezahlen oder halt beim Essen. Das kommt daher, dass es in Indien nicht üblich ist, Klopapier zu benutzen -> die linke wird bevorzugt. Warum manche Inder an der linken Hand dann mindestens einen langen Fingernagel haben, brauch ich ja wohl nicht zu erklären...

Zurück zum Essen. Es gab für jeden ein Menü, welches eine Schüssel Reis, Fladenbrote, jede Menge verschiedener scharfer Soßen und Dips und eine Nachspeiße enthielt. Beim Essen stellte sich dann auch raus, was die deutsche Fraktion so für Gebete im Tempel zum besten gegeben hat... Ich hab' ja noch versucht das Vater unser zusammen zu bekommen (wie gesagt, mich kann man für Religion nicht gewinnen) aber den Vogel hat eindeutig Stefan abgeschossen. Er hat sich jedes mal was gewünscht! Und ich wunder mich, warum der sich bei jedem Gott zweimal hin stellt...



Und das alles für Sage und Schreibe 100,- INR. Krasses Pferd.

Vollgestopft und innerlich ausgebrannt ging es mit dem Tuktuk zurück auf den Kampus um einfach nur noch zu schlafen.

Sonntag, 06.01.2013

Der Tag beginnt, Gott sei Dank, erst um 11 Uhr.
Wir treffen uns wieder mit Manuela und fahren mit dem Bus nach Udupi, in den Big Bazaar. Der Inder nennt es Einkaufzentrum ich nenne es Ansichtssache. In dem Shoppingtempel haben wir die restlichen, notwendigen Besorgungen gemacht, weil es das ganze Zeug in Manipal nicht gab.



Zurück in Manipal ging es ohne Umweg zum Cocks & Mocks, wo es dem Wetter entsprechend erstmal was richtiges zu trinken gab -> für jeden zwei Radler. Es gibt einfach nichts besseres, als bei über 30°C im Schatten zu sitzen und selbst gemischtes Radler aus labbrigen PE-Bechern zu trinken.



Ein Tuktuk brachte uns dann zum so genannten End-Point, einer Aussichtsplattform. Wir haben beschlossen dem Sonnenuntergang eine zweite Chance zu geben, welche er aber nicht genutzt hat. Schade eigentlich.




Da beschleichte uns alle ein kleines Hungergefühl. Was soll man machen wenn der kleine Hunger kommt? Richtig. Zum Hot Spot. Im Hot Spot gibt es Hühnchen in allen Variationen, hauptsache ordentlich scharf.

Morgen geht dann auch mal das Ding mit den Vorlesungen los, wir sind ja nicht nur zum Spaß hier...

In diesem Sinne,

до свидания